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Wenn das Kollegium nicht mehr als Team arbeitet: Ursachen und erste Schritte

Autorenbild: Bettina Kuschey
Bettina Kuschey
9. Mai 2025
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Sept.

„Wir reden nur noch über Stundenpläne – nicht mehr miteinander.“

Dieser Satz einer Lehrerin beschreibt eine Situation, die viele Schulen kennen: Organisatorisch läuft der Schulalltag weiter, doch die Zusammenarbeit im Kollegium wird zunehmend schwieriger.

Besprechungen drehen sich fast ausschließlich um Termine, Vertretungen und dringende Aufgaben. Für offenen Austausch, gemeinsame Reflexion oder ungelöste Konflikte bleibt kaum Raum.

Wenn ein Kollegium nicht mehr als Team arbeitet, liegt das selten an mangelndem Engagement. Häufig haben sich Belastungen, Missverständnisse und unausgesprochene Spannungen über längere Zeit aufgebaut.

Woran sich eine belastete Teamkultur zeigt

Probleme im Kollegium werden nicht immer durch offene Auseinandersetzungen sichtbar. Häufig zeigen sie sich wesentlich leiser:

  • Besprechungen bleiben rein organisatorisch.

  • Entscheidungen werden immer wieder vertagt.

  • Informationen werden nur innerhalb einzelner Gruppen weitergegeben.

  • Neue Ideen stoßen grundsätzlich auf Widerstand.

  • Konflikte werden in Einzelgesprächen statt gemeinsam besprochen.

  • Verantwortung bleibt bei wenigen Personen hängen.

  • Kolleg:innen ziehen sich zurück und beteiligen sich kaum noch.

Ein einzelnes Anzeichen bedeutet noch keine Teamkrise. Treten mehrere dieser Muster regelmäßig auf, sollte die Zusammenarbeit jedoch bewusst zum Thema gemacht werden.

Warum Kollegien in schwierige Dynamiken geraten

Der Alltag lässt kaum Raum für Austausch

Im Schulalltag muss vieles gleichzeitig bewältigt werden. Dadurch konzentriert sich die Kommunikation häufig nur noch auf das Dringendste.

Was einzelne Kolleg:innen beschäftigt, wo Missverständnisse entstehen oder welche Erwartungen ungeklärt bleiben, wird nicht angesprochen. Die Themen verschwinden dadurch jedoch nicht. Sie wirken im Hintergrund weiter.

Unterschiedliche Vorstellungen werden zu Lagern

In einem Kollegium treffen verschiedene Erfahrungen, Arbeitsweisen und pädagogische Vorstellungen aufeinander. Diese Vielfalt kann bereichernd sein.

Problematisch wird sie, wenn Unterschiede vorschnell bewertet werden. Dann entstehen Zuschreibungen wie „Die anderen blockieren immer“ oder „Mit denen kann man ohnehin nicht arbeiten“.

Aus unterschiedlichen Perspektiven entwickeln sich feste Lager – und gemeinsames Lernen wird immer schwieriger.

Ungeklärte Konflikte belasten das gesamte Team

Konflikte zwischen einzelnen Personen bleiben selten auf diese Personen beschränkt. Sie beeinflussen Besprechungen, Entscheidungen und die Atmosphäre im gesamten Kollegium.

Je länger schwierige Themen vermieden werden, desto größer ist die Gefahr, dass sich Rückzug, Misstrauen oder Zynismus entwickeln.

Was Schulleitungen und Kollegien tun können

Zusammenarbeit ausdrücklich zum Thema machen

Ein Kollegium wird nicht allein dadurch zum Team, dass alle an derselben Schule arbeiten. Gute Zusammenarbeit benötigt Zeit, gemeinsame Orientierung und regelmäßigen Austausch.

Neben organisatorischen Themen sollte deshalb auch die Zusammenarbeit selbst einen festen Platz bekommen.

Beobachtungen statt Vorwürfe formulieren

Sätze wie „Bei uns funktioniert nichts mehr“ oder „Die anderen ziehen nie mit“ verhärten die Situation.

Hilfreicher sind konkrete Beobachtungen:

  • Welche Entscheidungen bleiben immer wieder offen?

  • Wo entstehen regelmäßig Missverständnisse?

  • Welche Informationen erreichen nicht alle?

  • Welche Themen werden derzeit vermieden?

So wird das Problem besprechbar, ohne sofort Schuldige zu suchen.

Ein gemeinsames Ziel festlegen

Ein Kollegium muss nicht alle Herausforderungen gleichzeitig lösen. Häufig ist es wirksamer, mit einem konkreten gemeinsamen Ziel zu beginnen.

Das kann beispielsweise eine klarere Besprechungsstruktur, eine verlässlichere Informationsweitergabe oder ein besserer Umgang mit unterschiedlichen Meinungen sein.

Externe Begleitung rechtzeitig nutzen

Externe Unterstützung ist nicht erst dann sinnvoll, wenn ein Konflikt bereits eskaliert ist.

Eine neutrale Moderation kann helfen, festgefahrene Muster sichtbar zu machen, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und konkrete Vereinbarungen für die weitere Zusammenarbeit zu entwickeln.

Teambuilding im Kollegium ist mehr als ein netter gemeinsamer Tag

Professionelles Teambuilding bedeutet nicht, Konflikte mit einem unterhaltsamen Ausflug zu überdecken.

Es schafft einen strukturierten Rahmen, in dem das Kollegium gemeinsam an Kommunikation, Vertrauen, Rollen und Zusammenarbeit arbeiten kann. Dabei geht es um konkrete Herausforderungen aus dem Schulalltag und um Vereinbarungen, die anschließend tatsächlich umgesetzt werden können.

Ich begleite Kollegien und Schulleitungen in Wien und Niederösterreich mit individuell abgestimmten Teambuildings und Workshops.

Fazit: Zusammenarbeit braucht bewusste Aufmerksamkeit

Wenn ein Kollegium nicht mehr miteinander, sondern nur noch nebeneinander arbeitet, verändert sich die Situation selten von selbst.

Der erste Schritt besteht darin, die Zusammenarbeit offen zum Thema zu machen. Nicht um Schuldige zu finden, sondern um wieder gemeinsame Handlungsfähigkeit zu entwickeln.

Sie möchten die Zusammenarbeit in Ihrem Kollegium stärken? Gerne kläre ich mit Ihnen, welches Teambuilding- oder Workshopformat zu Ihrer Schule und Ihrer aktuellen Situation passt.

Bettina Kuschey, Teambuilderin und Trainerin für Unternehmen und Schulen

Wer schreibt hier?

Ich bin Bettina Kuschey – Teambuilderin und Trainerin für Unternehmen und Schulen. Nach rund 20 Jahren in Unternehmen und Konzernen, davon zehn Jahre als Führungskraft, kenne ich die Herausforderungen guter Zusammenarbeit aus der Praxis.

Heute unterstütze ich Teams, Schulklassen und Pädagog:innen dabei, Kommunikation zu verbessern, Konflikte anzusprechen und ein starkes Miteinander zu gestalten. Als Medienpädagogin begleite ich Schulen außerdem dabei, Kinder und Jugendliche für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu stärken.

In meinem Blog teile ich Erfahrungen, Hintergründe und konkrete Impulse aus meiner Trainingspraxis.

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