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Wertschätzung im Team: Warum ein Danke allein nicht reicht

Autorenbild: Bettina Kuschey
Bettina Kuschey
18. Juli 2025
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Sept.

„Wir schätzen einander doch.“ Dieser Satz fällt schnell. Schwieriger wird es bei der Frage, woran diese Wertschätzung im Arbeitsalltag tatsächlich erkennbar ist.

Denn Wertschätzung ist mehr als Freundlichkeit, Lob oder ein gelegentliches Danke. Sie zeigt sich darin, ob Menschen mit ihren Leistungen, Ideen und Grenzen wahrgenommen und ernst genommen werden. Das gilt in Unternehmen ebenso wie in Schulen und Klassen.

Was Wertschätzung im Team bedeutet

Wertschätzung wird dann spürbar, wenn Beiträge nicht als selbstverständlich behandelt werden. Dazu gehört:

  • Leistungen konkret anzuerkennen

  • aufmerksam zuzuhören

  • unterschiedliche Sichtweisen ernst zu nehmen

  • Menschen in Entscheidungen einzubeziehen

  • Rückmeldungen respektvoll und verständlich zu formulieren

  • zusätzliche Belastungen nicht einfach zu übersehen

Das bedeutet nicht, ständig zu loben oder Konflikte zu vermeiden. Auch eine klare, kritische Rückmeldung kann wertschätzend sein – wenn sie fair, konkret und lösungsorientiert erfolgt.

Woran fehlende Wertschätzung erkennbar wird

Fehlende Wertschätzung zeigt sich häufig nicht in einem einzelnen großen Vorfall. Meist sind es kleine, wiederkehrende Situationen:

  • Engagement wird als selbstverständlich betrachtet.

  • Rückmeldungen gibt es hauptsächlich bei Fehlern.

  • Ideen werden übergangen oder nicht aufgegriffen.

  • Besprechungen drehen sich nur um Aufgaben und Termine.

  • Zusätzliche Arbeit landet immer bei denselben Personen.

  • Spannungen werden ignoriert, statt angesprochen.

Auf Dauer kann das zu Frustration, Rückzug und einer geringeren Bereitschaft zur Zusammenarbeit führen. Manche Teammitglieder bringen sich immer weniger ein. Andere versuchen, alles aufzufangen – bis auch ihre Energie nachlässt.

Warum ein schnelles Danke nicht genügt

Ein allgemeines „Danke für Ihren Einsatz“ ist freundlich. Wirklich glaubwürdig wird Wertschätzung jedoch erst, wenn sie konkret ist.

„Danke, dass Sie die Abstimmung übernommen und alle Beteiligten rechtzeitig informiert haben. Das hat uns heute viel Zeit erspart.“

Eine solche Rückmeldung macht sichtbar, was jemand beigetragen hat und welche Wirkung dieser Beitrag hatte. Genau dadurch fühlt sich Anerkennung ehrlich an.

So wird Wertschätzung im Alltag konkret

1. Beiträge sichtbar machen

Benennen Sie, was jemand geleistet hat. Je konkreter die Rückmeldung ist, desto glaubwürdiger wirkt sie.

2. Zuhören und nachfragen

Wertschätzung zeigt sich nicht nur im Reden. Wer nachfragt, ausreden lässt und unterschiedliche Perspektiven zulässt, vermittelt: Ihre Sichtweise ist relevant.

3. Belastungen ernst nehmen

Nicht jede Aufgabe ist gleich sichtbar. Achten Sie darauf, wer zusätzliche Verantwortung übernimmt, Konflikte auffängt oder im Hintergrund organisiert.

4. Konflikte respektvoll ansprechen

Ungeklärte Spannungen verschwinden selten von selbst. Wertschätzende Zusammenarbeit bedeutet auch, schwierige Themen rechtzeitig und ohne persönliche Angriffe anzusprechen.

Wertschätzung in Schulen und Klassen

In Schulen betrifft Wertschätzung mehrere Ebenen: die Zusammenarbeit im Kollegium, den Kontakt mit Eltern und das Miteinander innerhalb einer Klasse.

Auch Schüler:innen merken sehr genau, ob ihre Beiträge gehört werden, ob Regeln nachvollziehbar sind und ob mit Fehlern respektvoll umgegangen wird. Wertschätzung stärkt deshalb nicht nur das persönliche Wohlbefinden, sondern schafft eine wichtige Grundlage für Zusammenarbeit und Lernen.

Wertschätzung braucht Klarheit

Wertschätzung bedeutet nicht, es allen recht zu machen. Teams brauchen klare Erwartungen, verlässliche Absprachen und ehrliche Rückmeldungen.

Entscheidend ist, wie diese Klarheit vermittelt wird. Menschen können Verantwortung übernehmen und Kritik annehmen, wenn sie dabei nicht abgewertet oder übergangen werden.

Fragen für Ihren Teamalltag

  • Wessen Arbeit bleibt häufig unsichtbar?

  • Wer wird in Besprechungen wenig gehört?

  • Wie reagieren wir auf Fehler und unterschiedliche Meinungen?

  • Werden zusätzliche Aufgaben fair verteilt?

  • Welche konkrete Leistung könnten wir heute anerkennen?

Wertschätzung entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen. Sie zeigt sich in vielen kleinen Entscheidungen des Arbeitsalltags – besonders dann, wenn es stressig oder schwierig wird.

Zusammenarbeit, die im Alltag trägt

In meinen Teambuildings und Workshops unterstütze ich Unternehmen, Kollegien und Schulklassen dabei, Kommunikation und Zusammenarbeit konkret zu verbessern.

Die Angebote sind in Wien und Niederösterreich buchbar.


Bettina Kuschey, Teambuilderin und Trainerin für Unternehmen und Schulen

Wer schreibt hier?


Ich bin Bettina Kuschey – Teambuilderin und Trainerin für Unternehmen und Schulen.


Nach rund 20 Jahren in Unternehmen und Konzernen, davon zehn Jahre als Führungskraft, kenne ich die Herausforderungen guter Zusammenarbeit aus der Praxis.

Heute unterstütze ich Teams, Schulklassen und Pädagog:innen dabei, Kommunikation zu verbessern, Konflikte anzusprechen und ein starkes Miteinander zu gestalten.


Als Medienpädagogin begleite ich Schulen außerdem dabei, Kinder und Jugendliche für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu stärken.

In meinem Blog teile ich Erfahrungen, Hintergründe und konkrete Impulse aus meiner Trainingspraxis.


Sie möchten wissen, welches Angebot zu Ihrem Team oder Ihrer Schule passt?










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