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Generationenkonflikte in Familien: Warum jedes Treffen eskalieren kann – und was wirklich hilft


Wenn Alt und Jung aneinandergeraten


🎶 „Hab' gedacht, es wird ein ganz normaler Samstag ..... Und alle sitzen da, bis jetzt noch ganz entspannt. Doch dann gab's diese Person, die plötzlich etwas sagt Und es eskaliert, keiner weiß wieder, wieso“ – RIAN, Verwandtschaftstreffen

Kennst du diese Szenen?


Der Tisch ist gedeckt. Das Essen dampft. Alle freuen sich eigentlich und die Erwartungen sind hoch. Und dann: Stille.

Gefolgt von den ersten Sticheleien.

Und irgendwann… eskaliert es.


Ich habe beim ersten Hören von „Verwandtschaftstreffen“ laut gelacht – und dann ziemlich lange geschwiegen. Denn so überspitzt RIAN auch singt, so viel Wahrheit steckt drin.


Diese stillen Spannungen, die plötzlich explodieren.

Diese alten Muster, die sich am Sonntagstisch wie von selbst reaktivieren.

Und diese endlosen, unterschwelligen Vorwürfe – verpackt in Sätze wie:


„Das war bei uns früher aber anders!“

„Die Jugend von heute…“

„Hättest halt einfach mal gefragt.“


Und zack ist man wieder 13. Oder 63.

Je nachdem, wo man gerade sitzt in diesem generationsübergreifenden Chaos, das wir Familie nennen.


Was wirklich hinter den Generationenkonflikten in Familien steckt


Viele denken: Das sind halt Meinungsverschiedenheiten.

Aber tatsächlich geht es um mehr. Es geht um unterschiedliche Werte, Kommunikationsstile, Lebensrealitäten – und ganz oft um unerfüllte und unausgesprochene Bedürfnisse.


Das Problem?


Selbst wenn wir darüber sprechen, sprechen wir oft nicht dieselbe Sprache – und versuchen trotzdem, ein gemeinsames Miteinander zu führen.

Im Alltag. In der Familie. Im selben Haus. Am selben Tisch.


Hier ein kurzer Einblick, wie unterschiedlich Generationen sein können:


Generation Babyboomer: geprägt von Leistung, Pflichtgefühl, Familienzusammenhalt und oft der Idee: „Bloß nicht auffallen.“


Generation X/Y/Z: selbstbestimmt, digital vernetzt, fordernd, reflektiert – mit dem tiefen Wunsch nach Sinn, Gleichwürdigkeit und mentaler Gesundheit.


Weder möchte ich hiermit sagen, dass die eine Generation besser ist als die andere und auch ist mir bewusst, dass nicht alle Menschen einer Generationen genau nach diesen Mustern ticken. Es kann aber ein Hinweis darauf geben, warum die Kommunikation mit anderen Generationen manchmal herausfordernd ist.


Hier habe ich auch einige Zahlen gesammelt, die aufhorchen lassen:


• Laut AOK-Familienstudie 2022 haben 58 % der befragten Eltern regelmäßige Konflikte mit Angehörigen der älteren Generation im Haushalt.

• Über 70 % gaben an, dass unterschiedliche Erziehungsansichten ein häufiger Auslöser für Spannungen sind.

• In Patchwork- und Mehrgenerationenfamilien ist die Konfliktquote laut einer Studie des Deutschen Jugendinstituts sogar deutlich höher als im Durchschnitt.


Was bedeutet das nun konkret für uns?


Diese Generationenkonflikte in Familien, die vermeintlich nur wir innerhalb unserer Familie haben sind kein Einzelfall. Sie sind Alltag. In ganz vielen Haushalten. Und, das Wichtigste, sie sind veränderbar.



Typische Stressmuster – und was sie verdecken


Was sind eigentlich Stressmuster?


Stressmuster sind wiederkehrende Reaktionsweisen, die wir im Laufe unseres Lebens entwickeln, um mit emotionaler Anspannung, Überforderung oder Konflikten umzugehen. Sie entstehen oft schon ganz früh im Leben durch Erziehung, Vorbilder oder Prägung und laufen im Erwachsenenalter meist ganz automatisch ab.

In Familien zeigen sich diese Stressmuster besonders häufig in Gesprächen zwischen den Generationen: Da wird geschwiegen statt gesprochen, kritisiert oder interpretiert statt gefragt oder kontrolliert statt vertraut. Nicht, weil man es böse meint – sondern weil das Nervensystem auf Schutz umschaltet.


Hier ein paar klassische Stressmuster, die du vielleicht kennst:


„Früher hat das auch funktioniert!“

Das Stressmuster kann hier ein Ausdruck von Unsicherheit und Kontrollverlust sein.


„Du bist viel zu weich mit den Kindern.“

Kann ein Übersetzungsversuch sein für: „Ich verstehe deine Art zu erziehen nicht und fühle mich ausgeschlossen.“ Ausgeschlossen werden, kann emotionalen Stress verursachen


„Ich hab auch alles unter einen Hut gebracht!“

Könnte bedeuten: „Ich sehe deinen Kampf, aber ich habe nie gelernt, ihn zu benennen – also vergleiche ich.“ Der Hang sich zu vergleichen bewirkt ebenfalls emotionalen Stress.



3 Perspektivenwechsel, die Wunder wirken können


1. Nicht hören, was gesagt wird – sondern was gemeint ist.

Was klingt wie Kritik, ist oft ein Hilferuf oder eine Unsicherheit. Frag nach, bevor du konterst.


2. Wertearbeit im Alltag:

Sprecht im Familienrat (ja, gerne regelmäßig!) über Fragen wie:

Was ist dir wichtig im Zusammenleben?

Was brauchst du, um dich sicher und respektiert zu fühlen?

Was hast du als Kind vermisst und willst heute anders machen?


3. Tool-Tipp: Rollentausch als Familienintervention

Nimm einen typischen Konfliktsatz und bitte die Person, ihn aus Sicht des anderen zu formulieren.


Beispiel:

„Du bist zu nachgiebig.“ → „Ich hätte mir gewünscht, dass du die Kinder auch mal bremst – ich habe Sorge, dass sie sich zu viel erlauben.“


Und wenn’s trotzdem kracht?


Dann darfst du wissen: Du bist nicht allein.

Es ist mutig, hinzusehen.

Und es ist okay, sich Unterstützung zu holen.


Ich begleite genau solche Konstellationen – und bin selbst Teil einer Familie mit mehreren Generationen unter einem Dach. Ich kenne die Sehnsucht nach Harmonie.

Aber ich weiß auch: Harmonie entsteht nicht durch Schweigen, sondern oft dadurch, dass man Konflikte zulässt und diese als Chance für Harmonie wahrnimmt.


Noch ein Extra für dich?


Wenn dich solche Themen beschäftigen – dann trag dich gern in meinen Newsletter ein. Dort bekommst du regelmäßig Inputs, Impulse und Angebote, die dir helfen, Familie neu zu denken.


Und falls du sofort loslegen willst:

Mein kostenloses Freebie „Mental Load – Wie sehr fordert Sie Ihr Alltag wirklich?“

zeigt dir, wie du Belastungen sichtbar machst – und erste Schritte zur Veränderung gehst.






Bettina Kuschey, Expertin für generationenübergreifende Zusammenarbeit

Wer schreibt hier?


Hallo, ich bin Bettina Kuschey.

Coach, Trainerin und Expertin für generationenübergreifende Zusammenarbeit.


Mit meinen Coachings, Workshops und Trainings unterstütze ich Unternehmen, Schulen und Privatpersonen dabei, Kommunikation zu verbessern, Konflikte zu lösen und ein starkes Miteinander zu gestalten.










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